Das Clearingverfahren

Das Clearingverfahren ist ein siebenstufiges hochstrukturiertes Verfahren und kann auf der Ebene der tertiären Prävention verortet werden und soll im Rahmen des Projektes erprobt  und an den Schulen implementiert werden. Bei der Begleitung von Jugendlichen, die Gefahr laufen sich zu radikalisieren, ist es wichtig, dass sowohl die Beratung der Jugendlichen als auch deren Umfeld in der Hand von Personen liegen, die sich über einen längeren Zeitraum der Beratung annehmen können. Hierbei steht ein ganzes Bündel von Methoden und pädagogischen Maßnahmen zur Verfügung, die helfen sollen, eine Radikalisierung zu unterbrechen oder zu verhindern.
Das Clearingverfahren soll bestehende Strukturen in Sozialraum und Schule  zusammenführen und eine Vernetzung aller relevanter Akteure ermöglichen. Durch die Ressourcen, die in dem Clearingverfahren gebündelt werden, entstehen so neue Helfernetzwerke, die eine umfassende und nachhaltige pädagogische Intervention ermöglichen.

Voraussetzungen für Radikalisierungsprävention im schulischen Kontext

Um eine gelingende Prävention an den Schulen zu implementieren, ist es unerlässlich, einen gemeinsamen Präventionsbegriff zu formulieren. Auch die präzise Formulierung der Präventionsziele geht hiermit Hand in Hand. Klar muss sein, was genau verhindert werden soll und wo die Prävention ansetzt. Klärungsprozesse in diesem Bereich sind daher so wichtig, weil nicht jede unliebsam erscheinende Form von Religiosität Gegenstand von präventivem Handeln sein kann. Auch die Zielgruppenproblematik stellt sich in der Präventionsarbeit. Um Stigmatisierung und negative Markierung zu vermeiden ist es wichtig, dass Zielformulierungen und Ansprachen keine bestimmte soziale, ethnische oder religiöse Gruppe im Lebensraum Schule gesondert hervorheben. Hier sollte auch betont werden, dass sich alle Akteure zwar auf akzeptierte Indikatoren für eine Radikalisierung verständigen sollten, diese aber niemals als eine Art Checkliste betrachtet werden dürfen, da es keine wissenschaftlich erwiesenen Indikatoren gibt, die eine Radikalisierung anzeigen können.

Für eine erfolgreiche Präventionsarbeit braucht es eine funktionierende Steuerung. Da alle relevanten Partner aus dem schulischen und nicht-schulischen Bereich in einem Netzwerk zusammenarbeiten sollen, braucht es eine funktionierende Steuerung und einen Netzwerkmoderator. Dies sind in diesem Fall die pädagogischen Fachkräfte die an den Schulen arbeiten. Ihnen obliegt auch die Funktion des Monitorings eines Falls. Neben der Zusammenarbeit aller relevanter Präventionsakteure aus Schule und dem außerschulischen Bereich sind Meldungs- Kommunikations- und Handlungsroutinen einzuüben. Diese sollen helfen, die Zuständigkeiten aller relevanter Akteure zu klären.