Clear Vision setzt sich ein für

Clear Vision setzt sich ein für:

  1. Demokratische Schulkultur als Grundlage wirksamer Prävention

Clear Vision versteht schulische Radikalisierungsprävention als Teil einer gelebten demokratischen Schulkultur. Demokratie ist kein Zusatz zum Unterricht, sondern zeigt sich im Alltag der Schule: in Partizipationsmöglichkeiten für Schüler:innen, im Umgang mit Konflikten, in tragfähigen Beziehungen zwischen schulischem Personal und Schüler:innen sowie in der Entwicklung pädagogischer Austauschformate zu jugendrelevanten Themen.

 

  1. Systematische, sensible und phänomenübergreifende Radikalisierungsprävention

Schulische Radikalisierungsprävention ist dann am wirksamsten, wenn sie systematisch und sensibel erfolgt. Deswegen brauchen Schulen klare Zuständigkeiten und Routinen. Clear Vision versteht Radikalisierung phänomenübergreifend: im Blick sind alle Formen von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit – ob politisch, religiös oder weltanschaulich begründet.

 

  1. Ambiguitätstoleranz, Kontroversität und klare demokratische Orientierung

Clear Vision ermutigt Schulen, Kontroversität aktiv zu gestalten. In einer pluralistischen Schule gehört es zur demokratischen Praxis, unterschiedliche Ansichten und Verhaltensweisen auszuhalten – gerade dann, wenn sie den eigenen Überzeugungen widersprechen. Gleichzeitig steht Clear Vision klar für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde. Pädagogisches Handeln bedeutet nicht Neutralität gegenüber demokratiefeindlichen oder menschenverachtenden Positionen. Schulisches Personal darf und soll diesen widersprechen – ohne den pädagogischen Zugang zu Personen zu gefährden.

 

  1. Bedürfnisorientierung und Beziehungsarbeit

Im Zentrum erfolgreicher Präventionsarbeit steht eine vertrauensvolle Beziehung zwischen schulischem Personal und Schüler:innen. Clear Vision verfolgt einen bedürfnisorientierten Ansatz und setzt auf beziehungsbasierte pädagogische Arbeit statt auf Sanktionen oder Restriktionen. Radikalisierung verstehen wir als Reaktion auf unerfüllte Bedürfnisse wie Anerkennung, Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit oder Sicherheit. Prävention bedeutet, diese dahinterliegenden Bedürfnisse zu erkennen und pädagogisch zu bearbeiten.

 

  1. Ressourcenorientierung statt Defizitblick

Clear Vision blickt nicht defizit-, sondern ressourcenorientiert auf Schüler:innen. Individuelle Interessen und Potenziale zu erkennen und zu fördern, kann Selbstwert, Zukunftsperspektiven und demokratische Teilhabe stärken – und präventiv gegen radikalisierende Ansprachen wirken. Ressourcenorientierung kann die Einbindung in schulische oder außerschulische Angebote bedeuten, etwa Sportvereine, Musik- oder Theatergruppen, ehrenamtliches Engagement oder berufliche Orientierung. Perspektivlosigkeit gilt als ein zentraler Risikofaktor für Radikalisierung – ihr pädagogisch zu begegnen ist Teil präventiver Arbeit.

 

  1. Lebensweltorientierung und Anerkennung jugendlicher Realitäten

Die Lebenswirklichkeiten junger Menschen sind geprägt von gesellschaftlichen Konflikten, politischen Debatten, digitalen Öffentlichkeiten und Identitätsfragen. Clear Vision setzt sich dafür ein, dass Schule diese Realitäten aufgreift und Fragen, die junge Menschen beschäftigen, Raum gibt – Fragen nach Zugehörigkeit, Ungleichheit, Religion, Geschlecht und gesellschaftlichen Konflikten. Dafür braucht es Räume, Zeit und pädagogische Formate.

 

  1. Konstruktive Kommunikation in herausfordernden Situationen

Der Umgang mit menschenverachtenden, demokratiefeindlichen oder gewaltverherrlichenden Äußerungen stellt schulisches Personal vor große Herausforderungen. Clear Vision setzt hier auf konstruktive Kommunikation statt auf moralische Abwertung, Eskalation oder Gesprächsabbruch. Ziel ist es, Aussagen und Personen zu trennen, empathisch zu reagieren, ohne Zustimmung zu signalisieren, und emotionale Bedürfnisse hinter problematischen Äußerungen sichtbar zu machen. Durch eine dialogorientierte Haltung wollen wir Gesprächsräume offenhalten.