Wer sind wir?

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Wir sind ein interdisziplinäres Team und erproben seit 2016, ob und wie man Radikalisierungsprozesse in der Schule mit Hilfe des Clearingverfahrenserkennen und unterbrechen kann.

An den Projektschulen informieren und sensibilisieren wir alle schulischen Akteure zu den Themen gewaltbereiter Neosalafismus und Rechtsextremismus im schulischen Kontext.

Zudem bilden wir ab 2020 in unserer bpb-zertifizierten Weiterbildung „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“ Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen zu „Clearingbeauftragten“ aus.

Im Folgenden stellen sich unser Team und die Projektschulen vor.

Unser Team

Dr. Michael Kiefer

Dr. Michael Kiefer ist Islam- und Politikwissenschaftler, sowie systemischer Berater.

Er vertritt derzeit die Professur „ Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ an der Uni Osnabrück. Zudem arbeitet er bei dem Jugendhilfeträger „Aktion Gemeinwesen und Beratung“ (AGB) in Düsseldorf. Zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten als Islamwissenschaftler zählen u.a. Islam in Europa, Antisemitismus und Migration, Neosalafismus und Radikalisierungsprävention.

In der Zeit von 2016 bis 2019 war er als Projektleiter des bpb-geförderten Projekts „CleaR-Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ tätig. Im Nachfolgeprojekt steht er dem Projektteam beratend zur Seite und tritt im Rahmen der Weiterbildung „CleaRTeaching“ als Referent auf.

Lisa Kiefer

Lisa Kiefer hat in Berlin und Leiden (Niederlande) Islamwissenschaft und Modern Middle East Studies studiert.

Seit 2016 arbeitet sie in Düsseldorf bei er Aktion Gemeinwesen und Beratung und war bis 2019 für die Koordination des Modellprojekts „CleaR-Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ verantwortlich. Seit 2020 leitet sie das Projekt „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“. Im Rahmen ihrer Arbeit ist Lisa Kiefer auch für die Konzeption und Durchführung von Workshops für Lehrer*innen und Multiplikator*innen verantwortlich.

Freiberuflich arbeitet sie als Referentin für Themen der politischen Bildung und der Radikalisierungsprävention. Seit 2019 ist sie ausgebildete Mediatorin.

Julia Kaina

Julia Kaina ist studierte Politikwissenschaftlerin (M.A.).

Von 2016 bis 2019 hat sie im Projekt „CleaR“ gearbeitet. Sie war für die Umsetzung am Franz-Jürgens-Berufskolleg (FJBK), einem großen Düsseldorfer Berufskolleg mit metalltechnischem Schwerpunkt, zuständig. Dort war sie neben der Implementierung und Durchführung des Verfahrens auch für die Sensibilisierung von Schüler*innen, Lehrkräften und Sozialpädagog*innen im Bereich Extremismus verantwortlich. – Mittlerweile arbeitet sie als pädagogische Fachkraft für Demokratieförderung und Anti-Rassismusarbeit am FJBK. Aufgrund ihrer Vorerfahrung nimmt Julia Kaina im Rahmen einer Kooperation zwischen der AGB und dem FJBK auch am neuen Projekt „CleaRTeaching“ teil.

Zudem engagiert Julia Kaina sich ehrenamtlich in einem Projekt für und mit Geflüchteten.

José Semedo

José Semedo hat Sozial Management mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendhilfe (M.A.) an der Donau-Universität (in Krems an der Donau, Österreich) studiert.

Als pädagogischer Mitarbeiter hat José Semedo viele Jahre im Bereich Schule gearbeitet. Schon beim Pilotprojekt „CleaR“ war José Semedo Clearingbeauftragter für die Berliner Pilotschulen zuständig. Neben der Implementierung und Durchführung des Clearingverfahrens, konnte er zudem zahlreiche Präventionsprojekte mit Jugendlichen erfolgreich umsetzen. Für das Projekt „ClearTeaching“ ist José Semedo am Oberstufenzentrum für Information und Medizintechnik in Berlin geblieben, um weiter engen Kontakt mit den Schüler*innen und Lehrer*innen zu behalten.

José Semedo ist Gründer und Ideengeber eines politischen Bildungsträgers, der sich mit dem Thema globale Identität beschäftigt.

Jan-Hendrik Weinhold-Flum

Jan-Hendrik Weinhold-Flum hat Geschichte (B.A.) und Politikwissenschaften (M.A.) studiert. In seinem Studium an den Universitäten Bochum, Duisburg und Brüssel beschäftigte er sich mit integrations- und bildungspolitischen Fragen.

Die Aktion Gemeinwesen und Beratung hat ihn als Clearingbeauftragten an die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bonn entsandt. Dort ist er Teil des Clearingteams und verantwortlich für die Steuerung des Verfahrens. Zudem berät und sensibilisiert er mit zahlreichen Präventionsangeboten im Bereich gewaltorientierter Salafismus und Rechtsextremismus sowohl die Schülerschaft als auch das Lehrerkollegium.

 

Im Jahr 2018 hat sich Jan-Hendrik Weinhold-Flum zudem im Bereich Öffentlichkeitsarbeit weitergebildet.

Projektschulen

Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik

„Das Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik (OSZ IMT) in der Haarlemer Straße in Berlin-Britz im Bezirk Neukölln ist eines von 36 Oberstufenzentren in Berlin. Es vereint das Berufliche Gymnasium, die Berufsoberschule, die Fachoberschule, die Berufsfachschule, die Fachschule und die Berufsschule. Das Bildungsangebot reicht von der beruflichen Erst- und Weiterbildung über Doppelqualifikationen mit Studienberechtigung bis zur Weiterqualifikation an der Fachschule. Die zu erwerbenden allgemeinbildenden Schulabschlüsse reichen vom Mittleren Schulabschluss bis zum Abitur.

Das OSZ IMT hat rund 3.000 Schüler, wobei täglich etwa 2.000 im Haus sind. Das OSZIMT ist die größte Schule Berlins für Informationstechnik und Deutschlands größte Schule für Medizintechnik. Das Kollegium besteht aus   etwa 160 Lehrer*innen sowie aus vier Fachkräften für die Schulsozialarbeit. Um die Demokratie zu stärken, Extremismus bekämpfen und sich als Schule für die zivilgesellschaftliches Engagement einzusetzen, hat sich das OSZ IMT 2015 dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR) angeschlossen. Aus dem Willen Präventionsstrukturen  gegen eine Radikalisierung in Schulen aufzubauen, beschloss das OSZ IMT 2016 bis 2019  Teil des Pilotprojekt „CleaR – Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ zu sein. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses ersten Projekts, sind wir froh als Laborschule auch im Folgeprojekt „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“ dabei sein zu dürfen. Denn Demokraten*innen brauchen Räume, um kontroverse Themen der Gesellschaft auch kontrovers diskutieren zu können. Diese Räume wollen wir als Schule unseren Schüler*innen bieten.“

Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

„Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (ESG) liegt in Bonn-Bad Godesberg und unterrichtet rund 1.200 Schüler*innen. Das Kollegium besteht aus etwa 130 Lehrer*innen sowie aus drei Fachkräften für die Schulsozialarbeit. Menschen aus 140 Nationen gehören zu unserer Schulgemeinschaft und so verstehen wir uns als eine Schule der Vielfalt.

Die unterschiedlichsten Herkunftsländer, Religionszugehörigkeiten, kulturellen Auffassungen und Begabungen verstehen wir als Bereicherung und wissen, dass unsere Schüler*innen von dieser Vielfalt profitieren. In der alltäglichen schulischen Begegnung werden die sozialen und interkulturellen Kompetenzen gestärkt und erweitert. Die Schüler*innen lernen mit- und voneinander, sie lernen zueinander zu stehen und gemeinsam, friedlich und demokratisch zu handeln.

Unsere Schule befindet sich in einem Stadtteil, der einen starken sozioökonomischen Wandel erlebt hat und in jüngster Zeit sowohl von neosalafistischen als auch von rechtsextremen Strömungen beeinflusst wird. Wir sind als Schule sehr engagiert darin, unsere Schülerschaft vor extremistischen Bewegungen zu schützen und durch präventive Maßnahmen ihr Demokratieverständnis zu festigen. Das ausgeschriebene Projekt „CleaR – Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ entsprach genau unserem Verständnis von Prävention und lieferte uns ein hilfreiches Instrument zur Unterbrechung von Radikalisierungsverläufen. Daher haben wir uns 2016 für eine Teilnahme an diesem Modellprojekt beworben.

Nach dem Projektabschluss freuen wir uns nun auch weiterhin (2020 bis 2022) im Rahmen des Folgeprojektes „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“ durch die Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V. (AGB) unterstützt zu werden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Jan-Hendrik Weinhold-Flum. Denn er wird uns im Bereich der Beratung und Fallarbeit bei Fällen von Radikalisierung und zur Umsetzung von Formaten der politischen Bildung zur Verfügung stehen. Zudem freuen wir uns auf Impulse, die er aus der Weiterbildung „CleaRTeaching“ in unseren Schulalltag einbringen kann.“

Kooperationsschule

Franz Jürgens Berufskolleg

„Das Franz-Jürgens-Berufskolleg (FJBK) ist ein technisches Berufskolleg für metalltechnische Bildungsgänge, das mit zwei Standorten im Düsseldorfer Stadtteil Bilk gelegen ist. Insgesamt werden hier knapp 2 800 Lernende in diversen teilzeitschulischen Bildungsgängen der Berufsschule, in der Ausbildungsvorbereitung, in vollzeitschulischen Bildungsgängen mit allen schulischen Abschlüssen von der Hauptschule bis zur Allgemeinen Hochschulreife und dem Berufsabschluss nach Landesrecht sowie in der Fachschule für Technik unterrichtet. Das Kollegium besteht aus 110 Lehrer*innen sowie aus vier Fachkräften für die Schulsozialarbeit.

Nicht zuletzt der Namensgeber unserer Schule verpflichtet uns zu einer freiheitlich-demokratischen Grundhaltung. Auch unser Leitbild ruft zu einem toleranten und friedlichen Miteinander auf.

Unsere Teilnahme am Projekt „CleaR – Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ von 2016 bis 2019 hat wesentlich dazu beigetragen, dieses Leitbild jeden Tag aufs Neue umzusetzen, indem das Kollegium für die Problematik der Radikalisierung sensibilisiert und die Lernenden gegen die Einflüsse extremistischer Gruppen gestärkt wurden.

Mittlerweile haben wir für die pädagogische Fachkraft des CleaR-Projektes, Julia Kaina, eine eigene Projektstelle zum Thema Demokratieförderung und Anti-Rassismusarbeit an unserer Schule geschaffen, um diesen Themen weiterhin den notwendigen Raum zu geben.

Wir freuen uns darüber hinaus sehr als Kooperationsschule weiterhin mit der Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V. im Rahmen des neuen Projektes „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“ zu arbeiten, indem Julia Kaina dieses begleitet und Weiterbildungsinhalte gemeinsam mit dem Projektteam sowie weiteren Partner*innen entwickelt und durchführt.“