Weiterbildung CleaRTeaching

In einer praxisnah konzipierten Weiterbildung sollen Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen dazu befähigt werden, Radikalisierungsprozesse zu erkennen und mit angemessenen Maßnahmen darauf zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Schnittstellen zwischen Demokratiebildung, politischer Bildung, Sozialer Arbeit und Radikalisierungsprävention. Mit Abschluss der Weiterbildung sind Lehrer*innnen sowie Schulsozialarbeiter*innen in der Lage, als zertifizierte Clearingbeauftragte das Clearingverfahren an ihren Schulen zu implementieren und durchzuführen.

Die Weiterbildung stellt eine Ergänzung zu bereits vorhandenen schulischen Beratungskonzepten dar und kann an Strukturen der Beratungsteams, Kriseninterventionsteams und die Schulsozialarbeit andocken. In acht Modulen werden neben spezifischem Wissen zu Radikalisierungsverläufen und den Phänomenbereichen des politischen und religiösen Extremismus auch Methoden der phänomenübergreifenden politischen Bildung sowie Methoden der Beratungsarbeit vermittelt.

Anhand von diversen Praxisbeispielen aus dem Modellprojekt „CleaR-Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ werden die Weiterbildungsinhalte vermittelt. Zudem wird es ausreichend Möglichkeiten geben, eigene Beispiele aus der Praxis zu besprechen und sich mit Kolleg*innen auszutauschen.

Die Weiterbildung wird in allen Bundesländern für interessierte Schulen bis 2022 angeboten werden.

Übersicht über die Weiterbildung

Zeitraum der Weiterbildung Januar 2020 — Juni 2021
Veranstaltungsort:
Hamburg / online-Seminare

Teilnehmendenzahl
Mindestens 12 Teilnehmende, maximal 20 Teilnehmende.

Kosten
Gesamtkosten 450 Euro inklusive Übernachtung zwischen den Fortbildungstagen, Vollverpflegung, Seminarunterlagen und Fotodokumentation. Die Teilnehmerbeiträge decken nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten. Die Weiterbildung wird durch die Bundeszentrale für politische Bildung finanziert.

An- und Abreise
Die An- und Abreise zu den Veranstaltungen erfolgen auf Ihre eigenen Kosten und auf Ihr eigenes Risiko als Teilnehmer/ -in

Haftung
Die Haftung übernimmt die Aktion für Gemeinwesen und Beratung e.V. weder für Personen-, Sachoder Vermögensschäden, außer im Falle von fahrlässiger oder vorsätzlicher Pflichtverletzung der Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V

Abschluss/ Zertifizierung
Die Weiterbildung endet mit der Zertifizierung der Teilnehmenden. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die Teilnahme an mindestens 80% der Weiterbildung sowie die Vorstellung eines eigenen Falls bzw. der Implementierung des Clearingverfahrens an der eigenen Schule. Bei Nichterfüllung der Voraussetzungen wird den Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Ausschreibung: Weiterbildung „CleaRTeaching – Umgang mit rechtsextremen und neosalafistischen Haltungen im schulischen Kontext“.

Zertifiziert durch dieBundeszentrale für politische Bildung

Sehr geehrte Schulleitungen,

wir befinden uns gerade in außergewöhnlichen Zeiten, die zahlreiche Herausforderungen mit sich
bringen. Insbesondere Schulen stehen gerade vor großen Herausforderungen im Hinblick auf
Planungssicherheit, Präsenzunterricht und Möglichkeiten der digitalen Bildung.

Die Covid19-Pandemie hat nicht nur den Zustand des Bildungssystems, sondern auch den Zustand der
gesamten Gesellschaft mit all ihren Facetten deutlicher denn je offengelegt. Ein halbes Jahr nach dem
Anschlag in Hanau werden Verschwörungsideologien und Antisemitismus bei den sogenannten
„Hygiene-Demos“ offen zu Tage getragen. Auch in salafistischen Gruppen nehmen
Verschwörungsideologien rund um das Thema Corona zu. Rechtsextreme Netzwerke werden in
regelmäßigen Abständen aufgedeckt, und die „Black-Lives-Matter“-Bewegung hat den Umgang mit
Rassismus in den letzten Monaten wieder in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt.

Nach wie vor ist der Rechtsextremismus, aber auch der Salafismus eine sehr ernst zu nehmende
Bedrohung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und insbesondere auch für unsere
Gesellschaft. Die Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübke sowie die Anschläge in Halle und
Hanau haben gezeigt, dass Hass, Rassismus und Antisemitismus eine große Gefahr für unser
Zusammenleben sind.

Schulen als Teil der Gesellschaft stehen ebenso vor der Herausforderung, professionell mit
Verschwörungsideologien und gewaltbefürwortenden Phänomenen umzugehen. Wie können
Radikalisierungsprozesse frühzeitig im schulischen Kontext erkannt werden? Wie kann ich als Lehrer*in
auf Verschwörungsideologien reagieren und wie mit meinen Schüler*innen über aktuelle Themen wie
Rassismus, Antisemitismus und andere Phänomene der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit
sprechen? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gilt es im Umgang mit den Phänomenen zu
beachten, und wie sehen pädagogische Interventionsinstrumente aus?

All diese Fragen möchten wir in unserer Weiterbildung zum*zur Clearingbeauftragten klären. Wir
möchten Sie dabei unterstützen das hochstrukturierte Clearingverfahren an Ihrer Schule zu
implementieren. Dieses Verfahren hilft Ihnen dabei, den beschriebenen Phänomenen zu begegnen –
und zwar professionell, unaufgeregt und gemeinsam im Team. Wir vermitteln in acht Modulen die
Erkenntnisse aus unserem Modellprojekt „CleaR – Clearingverfahren gegen Radikalisierung“ und
erproben mit Ihnen an praxisnahen Fallbeispielen die erlernten Inhalte. Hierbei stehen vor allem
Methoden der phänomenübergreifenden politischen Bildung und der systemischen Beratung im
Vordergrund.

Einen detaillierten Überblick über die Module sowie die Bewerbungskriterien entnehmen Sie bitte der
beiliegenden Broschüre. Aufgrund der aktuellen Situation durch die Covid19-Pandemie werden die
ersten beiden Module (ggf. auch das dritte Modul) als Online-Seminare durchgeführt. Weitere
Informationen finden Sie unter www.clearing-schule.de

Wir freuen uns sehr auf Ihre Bewerbung und die Teilnahme Ihrer Schule. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2020.

Mit freundlichen Grüßen
Lisa Kiefer (Projektleitung)

Ausschreibung herunterladen:  ausschreibung-clearteaching

Schulen der Sekundarstufe I und Il (insbesondere berufsbildende Schulen) aus den Bundesländern Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern können sich für die Teilnahme an dem Projekt „CleaRTeaching — Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Umfeld“ bewerben.

Wenn Ihre Schule an dem Projekt teilnehmen möchte, bewerben Sie sich bitte bis zum 15. Dezember 2020 mit einem formlosen Schreiben im Umfang von ca. zwei Seiten. Das Schreiben sollte ein Bild Ihrer Schule vermitteln und den Handlungsbedarf im Hinblick auf Radikalisierungsprävention erkennen lassen.

Bewerbungen senden Sie bitte an: lisa.kiefer@die-agb.de oder per Post an: Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V., z. Hd. Lisa Kiefer, Himmelgeister Str. 107, 40225 Düsseldorf

Aktuelle Termine

Termine 2021

Bewerbungsfrist: 15 Dezember 2020

 

Modul 1: 27., 28. und 29. Januar

Modul 2: 25. und 26. Februar

Modul 3: 18. und 19. März

Modul 4 : 22. und 23. April

Modul 5: 6. und 7. Mai

Modul 6: 27. und 28. Mai

Modul 7: 10. und 11. Juni

Modul 8: 21. und 22. Juni

Termin 2021-22

Modul 1: 1., 2. und 3. September

Modul 2: 30. und 1. Oktober

Modul 3: 4. und 5. November

Modul 4 : 4. und 5. Dezember

Modul 5: 27. und 28. Januar

Modul 6: 24. und 25. Februar

Modul 7: 31. und 1. März

Modul 8: 28. und 29 April 

Termin 2022

Modul 1: 4., 5. und 6. Mai

Modul 2: 2. und 3. Juni

Modul 3: 23. und 24. Juni

Modul 4 : 15. und 16. September

Modul 5: 29. und 30. September

Modul 6: 3. und 4. November

Modul 7: 24. und 25. November

Modul 8: 15. und 16 Dezember