In Aktuelles

Was sind Fake News? Wie kann man sie erkennen und entlarven? Welche Rolle spielen die sogenannten „Sozialen Medien“ bei ihrer Verbreitung? – Mit diesen Themen beschäftigte sich die Klasse 9a der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Bonn (ESG) jüngst im Rahmen eines digitalen Klassenbesuchs durch das Projekt „Lie Detectors“.

Aufgrund des starken Anstiegs der Corona-Infektionszahlen der neuentdeckten Omikron-Variante konnte der Klassenbesuch kurzfristig stattfinden. Er wurde kurzerhand in digitaler Form über eine Videokonferenzplattform durchgeführt. – Dies konnte der Aufmerksamkeit und der Neugier der Schülerinnen und Schüler allerdings keinen Abbruch tun: Denn mit Michael Strempel war ein wahrer Top-Journalist zu Gast. Seit 2020 arbeitet er als WDR-Korrespondent und Büroleiter im Hauptstadtstudio Berlin und ist einigen sicher aus dem ARD-Morgenmagazin bekannt. In den 1980er-Jahren studierte er Geschichte, Politik und Germanistik an den Universitäten Bonn und Cardiff (Wales). Danach war er zunächst freier Mitarbeiter beim Bonner „General Anzeiger“ und Volontär beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Seit 1994, also seit fast dreißig Jahren, arbeitet er in wechselnden Funktionen beim WDR, u.a. als Korrespondent in Brüssel und Paris, sowie als Leiter des Europa- und Auslandsprogramms.

Schon die erste praktische Übung nach der Begrüßung brach das Eis: Michael Strempel ließ die Schülerinnen und Schüler den Wahrheitsgehalt von drei Meldungen aus dem Internet einschätzen. Die erste Meldung stellt sich als Aprilscherz und Werbegag einer großen Kette von Schnellrestaurants heraus. Die zweite Meldung drehte sich rund um einen Hai, der angeblich durch ein Hochwasserereignis auf einen amerikanischen Highway gespült worden sei. Dies zeigt der Klasse auf, dass einige Menschen manipulierte Bilder nutzen, um sich in den sozialen Medien wichtig zu tun. Das dritte Beispiel drehte sich um eine Falschmeldung einer Berliner Tageszeitung („Mann aus Singapur heiratet Kobra“), in deren Kontext Michael Strempel auf die Sorgfalts- und Recherchepflicht von Journalist*innen hinwies. Anhand dieser Beispiele konnte der Gast also der gespannt zuhörenden Klasse die Grundprinzipien des journalistischen Arbeitens exemplarisch erklären. Hieran anschließend stellte sich Michael Strempel noch den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Nach Abschluss dieses digitalen Klassenbesuchs waren alle Seiten sehr zufrieden. Die Klassenlehrerinnen Barbara Niessen und Noadja Schmidt waren begeistert: „Der Workshop war sehr gut. Vielen Dank für das großartige Angebot“. Auch die Jugendlichen freuten sich über einen gelungenen Blick über den Tellerrand. Michael Strempel freute sich über das anregende Gespräch mit den Schüler*innen. Er wäre grundsätzlich offen für einen erneuten Besuch der Schule – dann vielleicht auch sogar in Präsenz.

Zum Hintergrund: Die digitalen Unterrichtsbesuche des stiftungsfinanzierten Projekts „Lie Detectors“ dienen zur Aufklärung junger Menschen über die Gefahren von „Fake News“ und zur Stärkung der Nachrichtenkompetenz. Beides sind wesentliche Voraussetzungen, damit junge Menschen aktiv an unserer Demokratie teilnehmen können. Die Schulbesuche sind ein Angebot der „Lie Detectors Deutschland“ in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF).

An der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (ESG) wurde dieser Workshop organisiert durch den Präventionsbeauftragten Jan-Hendrik Weinhold-Flum im Rahmen des Projekts „CleaRTeaching“. Dieses Vorhaben wird in Trägerschaft der Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V. (AGB) durchgeführt und durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert. (Verfasser: Jan-Hendrik Weinhold-Flum)

Neueste Beiträge