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Am 27. Januar 2021 startet nach einer intensiven Vorbereitungszeit die Weiterbildung „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“. In der Weiterbildung „CleaRTeaching“ werden die Teilnehmenden geschult, Radikalisierungsprozesse an ihrer Schule zu erkennen und pädagogisch angemessen darauf zu reagieren.

Im ersten Durchgang waren allgemein- und berufsbildende Schulen in Norddeutschland dazu aufgerufen, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Aus den Bewerbungen ausgewählt wurden insgesamt zehn Tandems (aus Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen) aus den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der ursprünglich für September 2020 vorgesehene Auftakt der Weiterbildung auf Januar 2021 verlegt. Zudem hat das Team des CleaRTeaching-Projekts die ersten drei Module so überarbeitet und angepasst, dass sie komplett digital per Videokonferenztool „Zoom“ durchgeführt werden. Die Module vier bis acht werden voraussichtlich als Präsenzveranstaltung im Bildungs- und Tagungshaus St. Ansgar im Herzen Hamburgs durchgeführt (April bis Juli 2021). Zudem wird einmal im Monat eine Intervisionsgruppe per Zoom angeboten. Am Ende der achtteiligen Weiterbildung werden die „Clearingbeauftragten“ durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zertifiziert.

Im Einzelnen werden die Teilnehmenden zunächst mit den Grundlagen der Präventionsarbeit (Modul 1), des Clearingverfahrens (Modul 2) und den rechtlichen Rahmenbedingungen (Modul 3) vertraut gemacht. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden ihre eigene Wahrnehmung und Haltung in Bezug auf Radikalisierungsverläufe und Religionssensibilität selbstkritisch zu reflektieren (Modul 4). Danach beschäftigen sie sich mit Aufgaben und Methoden der politischen Bildung (Modul 5). Die Gefahr von Stigmatisierung wird beleuchtet (Modul 6). Schließlich werden die Teilnehmenden mithilfe von Techniken und Methoden der systemischen Beratung auf ihre künftige Funktion als Clearingbeauftragte vorbereitet (Modul 7). Abschließend werden mögliche Kooperationspartner*innen aus den Bundesländern eingeladen, die Teilnehmenden stellen die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Implementierung des Clearingverfahrens an ihrer Schule vor und erhalten abschließend Ihre Zertifikate (Modul 8).

Die Weiterbildung „CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext“ wird von 2020 bis 2022 durchgeführt in Trägerschaft des Jugendhilfeträgers „Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V.“ (AGB) Düsseldorf. Die Förderung erfolgt durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert. Es folgen zwei weitere Durchgänge für alle weiteren Bundesländer. Das Clearingverfahren wird bereits seit 2016 an drei „Laborschulen“ in Berlin, Bonn und Düsseldorf durchgeführt und dort parallel zur Weiterbildung weiterentwickelt. Weitere Infos unter: www.clearing-schule.de

(Verfasser: Jan-Hendrik Weinhold-Flum – Bildrecht: Lisa Kiefer)

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