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Jüngst war ein Team des Projekts „bildmachen“ zu Besuch an unserer Projektschule in Bonn, der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (ESG). Mit dem Ziel der politischen Jugendbildung führten die Teamenden zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10e einen Workshop durch.

Junge Menschen sind im Internet zunehmend digitaler Aggression ausgesetzt: Vor allem in den sozialen Medien wie Instagram, YouTube oder Tiktok kommt es zu Diskriminierung und Hatespeech gegen Menschen, etwa aufgrund deren Aussehen oder Migrationshintergrund. Aber auch die Propaganda salafistischer und rechtsextremer Gruppen verbreitet sich immer mehr in Messengern, wie WhatsApp oder Telegram und somit auch in Klassenchats und auf Pausenhöfen. Oft kommt diese Propaganda im scheinbar harmlosen Gewand von sogenannten „Memes“ daher. – Doch was sind eigentlich Memes? – Die Webseite digitalwiki.de liefert hierfür folgende Definition: „Memes entstehen aus Bildern, Videos, Blogs, Texten oder ganzen Webseiten, die sich wie Lauffeuer über das Internet verbreiten. Dabei handelt es sich in der Regel um aussagekräftige Motive, die mit einem Text kombiniert werden – und so neue Bedeutungen erhalten“ (ebenso lohnenswert ist ein Klick in das kurze Erklärvideo „Was ist ein Meme?“ aus dem bildmachen-Projekt unter folgendem Link: https://kurzelinks.de/9gsb).

Diese Memes können also harmlose Witze verbreiten, aber auch für radikale Propaganda herhalten. Für diese Gefahr haben die Teamenden in ihrem Workshop sensibilisiert. Sie haben den Schüler/innen klargemacht, dass es sich in vielen Fällen eben um keinen „schwarzen Humor“ handelt, sondern beispielsweise um Antisemitismus, Sexismus oder antimuslimischen Rassismus. Sie haben anhand von konkreten Fallbeispielen aufgezeigt, welche strafrechtlichen Konsequenzen dies nach sich ziehen kann. Denn sowohl die Erstellung, als auch die Verbreitung solcher Inhalte kann strafbar sein. Aktivierende Aufgaben kamen dabei nicht zu kurz: Vor allen Dingen die Übung „Counter Memes“ hat den Schüler/innen sichtlich viel Spaß gemacht. Dabei hatten sie die Aufgabe, ausgehend von zuvor besprochenen Hasskommentaren, mithilfe eines frei zugänglichen Meme-Generators eigene Bilder mit positiven Botschaften (Lovespeech bzw. Counterspeech) zu erstellen. So sind Bildbotschaften mit Herz und Courage entstanden, wie hier im Titelbild zu sehen.

Zum Hintergrund: Unter der Überschrift „bildmachen“ bietet die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V. (AJS NRW) seit 2018 Workshops für Schüler/innen und Fortbildungen für Lehrkräfte an. Gefördert wird „bildmachen“ in NRW von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen (LzpB NRW), mehr Infos dazu hier: https://kurzelinks.de/qzw1. An der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (ESG) wurde dieser Workshop organisiert durch den Clearingbeauftragten Jan-Hendrik Weinhold-Flum im Rahmen des Projekts „CleaRTeaching“. Primärpräventive Angebote wie dieser Workshops werden an allen Projektschulen zusammen mit Kooperationspartnern durchgeführt.

(Verfasser und Bildrecht: Jan-Hendrik Weinhold-Flum )

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