Auf dem 31. Deutschen Präventionstag in Hannover hat Dr. Junus el-Naggar gemeinsam mit interessierten Teilnehmenden das Projektkonzept FreiRaum vorgestellt und diskutiert. Unter dem Titel „Mehr als ein Gebetsraum für Schulen: Der FreiRaum als Präventionskonzept“ ging es um die Frage, wie Schulen auf aktuelle gesellschaftliche Spannungen reagieren können – pädagogisch, präventiv und partizipativ.

Zum Einstieg stand die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vorstellungen von „Radikalität“ und Prävention im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich: Schule braucht Räume, in denen Kontroversität, Widerspruch und Unsicherheit bearbeitet werden können, ohne dass jede zugespitzte Position sofort als Sicherheitsproblem gelesen wird. Im Zentrum unseres Ansatzes steht deshalb die Frage, wie Schule aktiv Teilhabe, Anerkennung von Vielfalt, Ambiguitätstoleranz und diskriminierungssensible Konfliktbearbeitung ermöglichen kann.
Anschließend haben wir den FreiRaum als einen möglichen Ort vorgestellt, der Rückzug, religiöse Praxis, Gespräch und moderierte Auseinandersetzung miteinander verbindet. Die Teilnehmenden arbeiteten mit Fallbeispielen aus dem Schulalltag – unter anderem zu polarisierenden Debatten, Gebetswünschen, provokanten Äußerungen, digitalen Konflikten und dem Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug. Dabei wurde deutlich, wie groß in vielen Schulen der Bedarf an Räumen ist, in denen Jugendliche sich gesehen fühlen und Konflikte konstruktiv verhandeln können.
In der abschließenden Transferphase ging es um die Frage, was an der Idee eines FreiRaums für die eigene Schule oder Institution anschlussfähig ist, welche offenen Fragen es gibt und welche ersten Schritte denkbar wären. Der Austausch hat gezeigt: Der FreiRaum wird als spannender Impuls verstanden, um Prävention stärker pädagogisch zu denken – nicht als Kontrolle, sondern als Schaffung von Orten, in denen Zugehörigkeit, Reflexion und demokratische Aushandlung möglich werden.
Mehr Infos über das Konzept FreiRaum gibt es hier.
Auch das Team des 31. DPT bot seinen Teilnehmenden einen Ruhe-, Gebets- und Awareness-Raum.

"Mehr als ein Gebetsraum für Schulen: Der FreiRaum als Präventionskonzept" - Workshop des Projekts auf dem 31. Deutschen Präventionstag in Hannover